Vor fast 4 Jahren schloss sich völlig unerwartet die „Zugbrücke“ zur Bühne der Bliesgaufesthalle. Umso größer nun die Freude beim Mimbacher Musikverein, seine traditionelle „Klingende Maibowle“ endlich wieder im einzig tauglichen (weltlichen) Konzertsaal des Stadtgebiets kredenzen zu dürfen.
Die flüssige Begrüßungsbowle fand -obwohl oder gerade weil alkoholfrei- freudigen Zuspruch bei den Gästen, die musikalische Bowle -reich an Zutaten und äußerst gehaltvoll- gefiel ebenso. Das Rezept lagerte im gut sortierten Notenschrank unter der Rubrik „Klangbrücken“ und wurde von Clara und Julia Hsu stückweise verraten. Cool und bes(ch)wingt präsentierte sich das zu Jahresbeginn frisch formierte Jugendorchester unter neuer Leitung von Marc Boukouya u.a. mit „La Bamba“ und dem Blues Brother-Klassiker „Soulfinger“, gefolgt von den „kleinen Fingern“ der Flöten-„Bambini“. Mit sternengleich funkelnden Augen trugen die Jüngsten im Verein voll Stolz ihre Lieder vor.
Nach „Look up at the Sky“, diesem sehnsüchtigen Blick zum Himmel, blickte das Publikum unversehens in ein Kirchenschiff, als „Organist“ Andreas Schneider mächtig am Spieltisch orgelgleich die einzelnen Register seines Großen Blasorchesters bei der „Toccata und Fuge in d-Moll“ von J.S. Bach im Arrangement von Victor López zum Klingen brachte. Nach dieser mächtigen „Klangbrücke“ ging es „Somewhere Over the Rainbow“ gefühlvoll wieder in weltliche Genres.

Die Musikerinnen und Musiker boten zusammen mit Sopranistin Eva Franzen einen klang- und eindrucksstarken „Liederabend“, dessen Abschluss die „Bohemian Rhapsody“ bildete, die nahe vorbeischlängelnde Blies zum „Moonriver“ titulierte und so die Besucher beim Heimweg von einem Frühstück bei Tiffany träumen ließ. (vk)

Das Große Blasorchester (Foto: Maximilian Gratz)