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Das Weihnachtskonzert des Mimbacher Musikvereins war mehr als eine Abfolge von Musikstücken, deren bloße Aufzählung als solches der Veranstaltung nie Rechnung tragen würde. Getreu seinem Motto „Christmas Rhapsody“ war dieses Konzert eine emotionale Aneinanderreihung von Musik, Momenten und Menschen vor und hinter den Notenpulten. Pfarrerin und Hausherrin Suse Günter freute sich über die vollbesetzte Kirche und betonte in ihrem Vorwort, dass gerade das Mimbacher Gotteshaus seit Jahrzehnten besonders viel Raum für Musik bietet. Und die Akteure des Abends wussten diesen Raum zu nutzen.
Da waren die „Flöten-Kids“, die Jüngsten im Verein, die seit Herbst mit Julia Hsu proben und festlich gekleidet stolz ihre ersten Darbietungen präsentierten. Da war von der Fortgeschrittenengruppe Jakob, der ganz alleine „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ zur Flötenbegleitung seiner Kurskollegin Leni sang. Da war das Jugendorchester, welches mit „The Best of Queen“ bereits die „Maibowle light“ im Frühling rockte und, von Lea Albrech moderiert, sich an diesem Abend mit „The Final Countdown“ von seinem Dirigenten Andreas Schneider verabschiedete.

Da war Dominik Berdin vom BSM angereist, der Lea Albrech, Hanna Schunck und Jakob Hsu als Teilnehmer der D-Lehrgänge mit Urkunden und Ehrennadeln auszeichnete und hervorhob, dass hier nicht eine pure Anwesenheit gewürdigt wird, sondern es eine anspruchsvolle theoretische und praktische Prüfung zu bestehen galt. Ausgezeichnet wurde im Herbst auch die gesamte Jugendarbeit des Vereins mit dem sogenannten „Robert-Klein-Preis“, wovon die Jugendleiterinnen und Moderatorinnen des Abends Clara und Julia Hsu berichteten. Sie nutzen ihre Ansagen nicht nur für die Konzertstücke des Großen Blasorchesters, sie verknüpften die Werke mit Gegebenheiten im Vereinsleben über das ablaufende Jahr. Das „Adagio“ in einem Arrangement von Dirigent Andreas Schneider für Solo-Flügelhorn statt „spanischer Gitarre“ stand für die Sehnsucht und Hoffnung Anfang des Jahres, das Frühlingskonzert doch noch in der Festhalle aufführen zu können. Eric Moschel griff gefühlvoll in die Tasten seines Instruments und zeigte, dass er neben Vorstand auch Trompete kann. „Somewhere in my Memory“ aus der Feder von Altmeister John Williams und weltbekannt durch den Weihnachtsklassiker „Kevin allein zu Haus“ stand für Geborgenheit und Zusammenhalt, den eine Familie aber auch der Musikverein bieten kann. Mit ein Hauptwerk und Namensgeber des Konzerts war die „Bohemian Rhapsody“ von Queen mit ihrem unvergessenen Frontmann Freddy Mercury, dessen einzigartige und voluminöse Stimme von Yvonne Carius am Horn als Hommage an einen Jahrhundertkünstler „nachgesungen“ wurde. Ein Jahrhundert zuvor richtete sich Pjotr Iljitsch Tschaikowski mit „Cappricio Italien“ an die (Musik-) Welt und das Große Orchester wiederholte musikalisch seine immerwährende Botschaft, das Leben fröhlich zu begehen und es zusammen friedlich zu feiern.

Diesem Aufruf folgten die Konzertbesucher und Musiker beim abschließenden Umtrunk mit Plausch, Punsch und Plätzchen. Diese „Christmas Rhapsody“ war somit Fest und Zeichen eines gelebten, gesellschaftlichen Zusammenhalts. (vk)